Tränenpalast: Geschichte und Zukunft der berühmten Grenzübergangsstelle

Der Tränenpalast, der wohl bekannteste Grenzübertritt als Gedenkstätte und Geschichtsmuseum der Zukunft


Der Tränenpalast ist eine der legendärsten Grenzübertrittsstellen von der DDR nach Westberlin. Direkt am S-Bahnhof Friedrichstraße gelegen, war das Gebäude Endstation für etliche Ausreisewillige. Hier entschied sich zum Teil das Schicksal von tausenden von Menschen, die sich ein besseres Leben im westlichen Deutschland vorstellten. Der Begriff Tränenpalast entsprang dabei der Umgangssprache der Ostberliner und steht für Abschieds- und Trennungsschmerz. Besucher aus Westberlin wurden zumeist über den Tränenpalast in die Bundesrepublik verabschiedet. Auch Zugverkehr wurde über die Friedrichstraße nach Westberlin hinein durchgeführt. Ein- und Ausreisende mussten am Bahnhof aussteigen und wurden anschließend im Nebengebäude bezüglich ihrer Visa und Aufenthaltserlaubnis überprüft. Einige DDR-Bürger versuchten sogar über die durchfahrenden Züge in den Westen zu flüchten.

Nach der Wiedervereinigung
Nach der Wiedervereinigung zogen Nutzer ganz anderer Art in den einstigen Grenzübergang ein. Zunächst konzeptionell als Museum gedacht, wurde das Gebäude schon 1991 zum Tanzclub ausgebaut. Neben der Diskothek im Palast fanden auch Kabaretts und Livekonzerte statt. Berühmt waren in den 90er Jahren insbesondere die Theaterveranstaltungen, welche im ehemaligen Grenzübergang abgehalten wurden. Seit 2006 ist das Haus leider geschlossen und wurde bis dahin nicht mehr kulturell genutzt. Der Tränenpalast befindet sich derzeit im Besitz des Bundes, der das Haus als Gedenkstätte schützen lassen will.

Die Zukunft des Tränenpalastes
Mittlerweile haben Investorengruppen direkt am S-Bahnhof Friedrichstraße den Bürokomplex Spreedreieck errichtet, welcher das historische Gebäude abermals in Gefahr brachte. Ein Abriss schien speziell an Bemühungen von Denkmalschützern gescheitert zu sein. Für die Zukunft ist nunmehr eine umfangreiche Renovierung und der Ausbau zu einer angemessenen Gedenkstätte geplant. Berlin, sonst an musealen Gedenkstätten zum Thema DDR eher arm, könnte mit dem neuen Palast also ein neues Zentrum für DDR-Geschichte hinzugewinnen. Es könnte dadurch zum großen Touristenmagneten für all diejenigen werden, die sich für die Teilung Deutschlands und den Mauerbau nachhaltig interessieren. In dem geplanten Museum im Tränenpalast sollen die Abfertigungsschalter originalgetreu nachgebaut werden. Daneben werden Ausstellungsstücke aus der Zeitgeschichte die Relevanz des Ortes unterstreichen. Das Museum soll Interesse an der DDR-Geschichte wecken und das Leid der Teilung an einem Originalschauplatz in Erinnerung halten. Ausgebaut wird das Gebäude derzeit von der Bonner Stiftung Haus der Geschichte, welche bereits in der alten Bundeshauptstadt eine beeindruckende Ausstellung aus dem Boden gestampft hat.