Suezkanal: Geschichte

Der 193 Kilometer lange Suezkanal aus dem 19. Jahrhundert stellt die Verbindung zwischen Mittelmeer und Rotem Meer dar.


Der Suezkanal liegt in Ägypten und verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer. Dieser wichtige Schifffahrtskanal hat eine Länge von ursprünglich 162,25 Kilometer, ist nun jedoch, mit den 2009 fertig gestellten nördlichen und südlichen Zufahrtskanälen, 193,3 Kilometer lang. Im Gegensatz zum Panamakanal ist er schleusenlos und benötigt keinen ständigen Wassernachschub. Schiffe aller Nationen können den Kanal sowohl während Friedens- als auch während Kriegszeiten gleichberechtigt nutzen.

Anfänge des Kanalbaus
Schon im alten Ägypten dachte man über die Möglichkeit eines Kanalbaus nach. Die Idee blieb im Lauf der Jahrhunderte erhalten und wurde unter anderem von den Venezianern und Osmanen aufgegriffen. Napoleon Bonaparte nahm bei seiner ägyptischen Expedition 1799 erste Vermessungen vor, aus denen jedoch fälschlicherweise hervorging, dass das Rote Meer höher liege als das Mittelmeer und so ein Kanalbau nicht sinnvoll sei. Untersuchungen von Alois Negrelli klärten Jahre später den Irrtum auf. Der französische Diplomat Ferdinand de Lesseps konnte 1854 den damaligen ägyptischen Herrscher Muhammed Said von seinem Vorhaben eines Kanalbaus überzeugen und erhielt eine erste Baukonzession von seiner selbst gegründeten Compagnie universelle du canal maritime de Suez. Großbritannien wollte den Bau des Suezkanals verhindern, welcher jedoch mit einer zweiten Konzession von Said fixiert wurde. 1859 wurden die Bauarbeiten im späteren Port Said feierlich eröffnet. Der Bau gestaltete sich ohne die nötige Infrastruktur schwierig. Die Verpflegung der Arbeiter wurde anfangs mit Kamelen herbeigeschafft und jegliches Baumaterial musste aus Europa importiert werden. Rund sieben Jahre nach Baubeginn wurde das Projekt endgültig von der Hohen Pforte in Konstantinopel abgesegnet.

Die Fertigstellung und Nutzung
Nachdem die Bitterseen mit Meerwasser gefüllt wurden, fand am 17. Oktober 1869 die Eröffnung des Suezkanals statt. Zahlreiche europäische Gäste und Fürsten waren bei den drei Tage andauernden Festlichkeiten anwesend. Insgesamt beliefen sich die Baukosten 1884 auf 488 Millionen Franken, nachdem am Kanal einige Verbesserungen vorgenommen worden waren. Trotz des kostspieligen Kanalzolls war der wirtschaftliche Profit auf Grund der Zeitersparnisse für die Seehandelsmächte im Mittelmeer groß. Nach anfangs geringen Einnahmen und dem Bankrott Ägyptens übernahm Großbritannien dessen Aktienanteil und gewann Einfluss auf den Kanal. 1888 erklärten die Konventionen von Konstantinopel den Suezkanal zur neutralen Zone und stellten ihn unter die Schutzherrschaft von Großbritannien. Sowohl im ersten als auch im Zweiten Weltkrieg wurde der Kanal zum Kriegsschauplatz, blieb jedoch unter britischer Herrschaft. Die Verstaatlichung des Kanals 1956 vom ägyptischen Präsidenten Nassar löste die Suezkrise aus, welche durch das Eingreifen der UNO, der UdSSR und der USA schnell beendet wurde. Nach dem Sechstagekrieg 1967 und dem Jom-Kippur-Krieg 1973 wurde der Suezkanal 1975 durch Ägypten wieder für die Schifffahrt geöffnet.