Recycling von Kunststoffflaschen: Zur Einführung des Pfandsystems in Deutschland

Das Pfandsystem in Deutschland umfasst seit kurzem sowohl Einweg- als auch Mehrwegflaschen, wobei nur letztere dem Recycling von Kunststoffflaschen dienen.


Bereits seit 1969 gibt es in Deutschland Pfand auf Mehrwegflaschen, auch wenn sie zu der Zeit noch aus Glas waren. In den achtziger Jahren setzten sich zunehmend Flaschen aus dem organischen Material Polyethylenterephthalat durch, besser bekannt als "PET-Flaschen" oder "Kunststoffflaschen". Schließlich wurde 1990 das Pfandsystem auf diese Flaschen ausgeweitet, was den Beginn des Recycling von Kunststoffflaschen markierte.

 

 

Mehrwegpfand

  • Mehrwegflaschen aus Kunststoff sind deutlich stabiler und dicker als Einwegflaschen aus Kunststoff, daher können sie nach Gebrauch bis zu 25 Mal wieder gefüllt werden. Dies ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll. Die begrenzten Rohstoffe werden nicht unnötig verschwendet; und zudem führt dieses Recycling von Kunststoffflaschen dazu, dass die Belastung der Atmosphäre mit Abgasen, besonders Kohlenstoffdioxid, geringer ausfällt als es bei Einwegflaschen der Fall ist, welche ja nicht recycelt werden.
  • Das Pfand für PET-Mehrwegflaschen beträgt momentan 15 Cent. Das System funktioniert seit seiner Einführung vor über 20 Jahren ohne größere Probleme. Die meisten Käufer bringen die Flaschen ordnungsgemäß zurück, anstatt sie einfach wegzuwerfen. Genau dies war natürlich auch das Ziel des Pfandsystems.

 

Einwegpfand

  • Seit dem 01. Januar 2003 gibt es dazu allerdings noch das Pfand auf Einwegflaschen, im Volksmund "Dosenpfand" genannt. Der hohe Betrag von 25 Cent war dazu gedacht, mehr Käufer für Mehrwegflaschen - und damit für ein verstärktes Recycling von Kunststoffflaschen - zu gewinnen.
  • Allerdings wurde das gesamte System zunehmend unübersichtlich, weil bestimmte Geschäfte nur ausgewählte Einwegflaschen zurücknehmen wollten. Dies führte dazu, dass nur wenige dieser Flaschen letztendlich zurückgebracht wurden. Davon profitierte natürlich vor allem der Einzelhandel. Um dem Durcheinander ein Ende zu bereiten, gilt nun seit dem 01. Mai 2006, dass jeder Händler jegliche Einwegflaschen akzeptieren muss, sofern sie aus einem Material bestehen, welches er selbst vertreibt. Bei den Materialien unterscheidet man zwischen Kunststoff, Glas und Metall.
  • Es mag nun Pfand auf Einwegflaschen geben, doch diese werden - wie der Name schon sagt - nach wie vor nicht recycelt. Aus diesem Grund sehen viele nur den Mehrwegpfand als "echten Pfand" an. Schließlich trägt ausschließlich dieser zum Schutz der Umwelt bei.