Oldtimer restaurieren: Fingerspitzengefühl ist gefragt

Oldtimer restaurieren bedeutet, ein Fahrzeug im ursprünglichen Zustand zu erhalten und keine Veränderungen vorzunehmen.


Wer einen Oldtimer restaurieren möchte, benötigt neben Fachwissen zur Kfz-Reparatur auch konkrete Kenntnisse über die Entwicklungsgeschichte des Fahrzeugs. Nicht nur wie das Fahrzeug ursprünglich gebaut wurde ist wichtig, sondern auch wann welche Neuerungen eingeführt und ob dieses Modell damit üblicher Weise nachgerüstet wurde.

Oldtimer – Faszination auf vier Rädern

  • Als Oldtimer gelten Fahrzeuge, die älter als dreißig Jahre sind, Oldtimer restaurieren bedeutet nichts anderes, als die Jagd nach Ersatzteilen, die nicht mehr hergestellt werden und viel Feingefühl beim Einbau zu beweisen.
  • Wer ein Fahrzeug mit H-Kennzeichen (historisches Fahrzeug) fahren möchte, muss bei der Restauration aufpassen, dass er nichts verwendet, was nicht baujahrestypisch ist, da das Gefährt ansonsten seinen Status verliert.
  • Nach dem Kauf eines restaurierungsbedürftigen Oldtimers stellt sich in der Regel als Erstes die Frage, wie der Rost an der Karosserie beseitigt werden kann. Die heute üblichen Glasfasermatten und Kunstharzspachtel sind tabu, kann nicht geschliffen und gespachtelt werden muss der Schweißbrenner zum Einsatz kommen – moderne Reparaturkits verändern die Karosserie und sind nicht gestattet. Praktisch wäre der Einsatz von Zinkspray oder Kunstharz zur Versiegelung, doch die Vorschriften gelten auch für Grundierung und Lack.
  • Sind die alten Produkte auf dem Markt vergriffen, dann sind sie nach Originalvorlagen anzufertigen – ein oftmals ausgesprochen hoher Kostenfaktor bei der Wiederherstellung. Einen Oldtimer restaurieren ist ein teures und sehr zeitaufwendiges Hobby.

Technische Neuerungen und Oldtimer

  • Um einen echten Oldtimer restaurieren zu können, ist neben den Kenntnissen zum Karosseriebau natürlich noch stärker das Wissen um die technischen Feinheiten nötig. Dazu gehört neben der Kunst zum Beispiel einen Vergaser einzustellen, Bremsen zu justieren oder Kupplungen einzubauen auch die Fähigkeit, notfalls ein Ersatzteil selbst zu erstellen.
  • Auf Oldtimertreffen ist zwar oftmals Zubehör für das Fahrzeug zu bekommen, in so mancher älteren Kfz-Werkstatt schlummern in einem vergessenen Winkel noch Komponenten, doch gerade bei Raritäten kommt es häufig vor, dass kein Ersatzteil mehr aufzutreiben ist. In diesem Fall hilft nur noch der Eigenbau oder ein Bestellen beim Hersteller, sofern es diesen noch gibt und er dazu in der Lage ist.
  • Mit guten Kenntnissen der Historie des Fahrzeugs ist es manchmal möglich auf die Teile von Nachfolgemodellen auszuweichen und diese entsprechend anzupassen, eine technische Veränderung darf diese Maßnahme allerdings nicht zur Folge haben.
  • Für die Innenausstattung gelten die selben Regeln wie für Karosserie und Technik. Ein modernes Radio ist ebenso ein Eingriff in die Geschichte, wie neue Sitze oder ein geändertes Lenkrad.
  • Wurde im Fahrzeug der Baureihe Holz verwendet, darf es nicht durch Kunststoff ersetzt werden, gab es noch keine Zentralverrieglung stellt der Einbau eine Veränderung der Historie dar. Oldtimer restaurieren ist mit Geschick verbunden, erfordert adäquate Geschichtskenntnisse und das gewisse Fingerspitzengefühl.