Notarkosten beim Hauskauf: Womit muss man rechnen?

Neben dem eigentlichen Grundstückspreis sind auch die Notarkosten beim Hauskauf zu beachten, denn andernfalls kann das verfügbare Budget schnell verbraucht sein.


Wer träumt nicht vom Eigenheim? Aber bereits der Traum vom eigenen Zuhause kann schnell recht teuer werden, wenn neben dem Grundstückspreis nicht auch die sonstigen Nebenkosten beachtet werden. Dazu zählen nicht nur die Grunderwerbssteuer, sondern auch die Notarkosten!

Wer muss die Notarkosten beim Hauskauf zahlen?

  • Gleich vorweg: Die Notar- und Gerichtskosten zahlt eigentlich immer der Käufer! Es ist inzwischen in der Immobilienwirtschaft üblich, dass diese Kosten zu den Nebenkosten des Käufers gezählt werden. Allerdings ist dabei Verhandlungsspielraum gegeben.
  • Je nachdem, um was für eine Immobilie es sich handelt, kann es durchaus sein, dass sich der Verkäufer bereit erklärt, die Notarkosten beim Hauskauf wenigstens anteilig zu zahlen. Schließlich zieht er aus den Arbeiten des Notars den finanziellen Mehrwert, nämlichen seinen Erlös.
  • Sollte es sich zum Beispiel um eine renovierungsbedürftige Immobilie handeln, sollten Sie auf jeden Fall nachhaken. Der Verkäufer wird aufgrund des entspannten Immobilienmarktes oftmals froh sein, sein Grundstück einschließlich Bebauung überhaupt veräußern zu können.
  • Lehnt der Verkäufer die anteilige Kostentragung beim Notar ab, versuchen Sie die Provisionsgebühren des Maklers mit ihm zu teilen! Versuchen Sie aber gar nicht erst, plötzlich den Hauskauf ohne den Makler zu vollziehen. Es könnten daraus Schadensersatzansprüche bestehen!
  • Der Notar wird jedenfalls seine Kostennote immer an die Person versenden, die ihn beauftragt hat oder die vertraglich zur Zahlung verpflichtet wurde. Die Zahlung der Notarkosten beim Hauskauf muss im Übrigen umgehend erfolgen, andernfalls wird der Notar die weiteren Schritte für Ihren Eigentumserwerb nicht veranlassen.

Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf und welche Nebenkosten fallen noch an?

  • Die Notarkosten beim Hauskauf betragen in der Regel ein bis zwei Prozent des Verkaufspreises gemäß dem notariell beurkundeten Kaufvertrag. Eine Abrechnung nach Stunden oder andere Verfahren sind nicht möglich. Der Notar ist kraft seines Amtes verpflichtet, nach dem Geschäftswert abzurechnen. Dafür sind allerdings die Kosten für die Grundbucheintragungen bereits in seinen Kosten enthalten.
  • Ansonsten ist insbesondere die Grunderwerbssteuer zu beachten, die immer vom Käufer zu zahlen ist! Sie beläuft sich auf 3,5 Prozent des Kaufpreises und ist sofort fällig. Wird die Grunderwerbssteuer nicht gezahlt, wird der Eigentümerwechsel nicht in das Grundbuch eingetragen. Das steht dem wirtschaftlichen Übergang zwar nicht entgegen, kann aber zum Verlust der Finanzierung führen. Nur der Eigentümer des Grundstücks kann dieses auch beleihen, es sei denn, der Verkäufer berechtigt den Käufer bereits im Kaufvertrag dazu.
  • Abschließend müssen natürlich noch die Maklercourtage, Finanzierungskosten, Erschließungsgebühren oder zum Beispiel die Kosten für eine Verwalterzustimmung (meistens bei Eigentumswohnungen erforderlich) berücksichtigt werden. Für alle Nebenkosten sollten Sie daher ungefähr zehn Prozent des Kaufpreises kalkulieren - selbstverständlich inklusive der Notarkosten beim Hauskauf.