Keratokonus - Behandlungsmöglichkeiten

Keratokonus ist eine Hornhauterkrankung der Augen, die derzeit mit vier Möglichkeiten behandelt werden kann. Auf jeden Fall ist der Besuch bei einem Augenarzt dringend zu empfehlen.


Sobald sich die Hornhaut kegelförmig nach außen wölbt und dabei immer dünner wird, sprechen Mediziner von Keratokonus. Die Folge ist geringe bis starke Kurzsichtigkeit.
Häufig tritt die Augenerkrankung als Nebenerkrankung von Neurodermitis, Downsyndrom oder Bindegewebserkrankungen auf. Alle bisherigen Erkenntnisse deuten auf eine erblich bedingte Erkrankung hin.
Wird diese Art der Hornhautverformung festgestellt, meist zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr,
verlangen Ausprägungen unterschiedlichster Stärke schnelles Handeln. Zum einen kann sie nur in der Phase 1 auftreten und hier auch ein Leben lang verweilen, andererseits schreitet sie bei anderen Patienten in rasantem Tempo vorwärts und erreicht schnell eine Sehschwäche von 55 Dioptrien und mehr.

Diagnose Keratokonus – was tun?
Diagnostiziert der Augenarzt diese relativ seltene Hornhautveränderung, gehört zu den ersten Behandlungsmaßnamen immer noch der Einsatz von Kontaktlinsen oder einer Brille.
Bei Verträglichkeit erhalten Patienten oft sogenannte "formstabile Kontaktlinsen", welche die Verformung in Maßen halten soll.
Bei vielen der Keratokonus-Patienten genügen diese Kontaktlinsen ein Leben lang.

Mit Vitamin B und UV-Licht gegen Keratokonus
Um der Hornhautveränderung im Frühstadium entgegenzuwirken, hält die Medizin auch das neue "CXL-Verfahren" bereit. "Corneal Crossliniking" wirkt auf die Kollagenfasern in der Hornhaut ein und verstärkt deren Quervernetzungen.
Zunächst wird das Vitamin B2 in Form von Riboflavin auf die Augen aufgetragen. Das Vitamin erleichtert die Aufnahme des UV-Lichtes, mit welchem die Augen anschließend bestrahlt werden. Bei Patienten, die bisher so behandelten wurden, konnte das Fortschreiten im Frühstadium aufgehalten werden. Aufgrund der relativ kurzen Einsatzphase können jedoch keine Aussagen über eine erfolgreiche Langzeitwirkung gemacht werden.

Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten
Helfen weder Kontaktlinsen noch CXL-Verfahren bleibt letztlich nur der Griff zum Skalpell.
Mit einem Spenderimplantat wird entweder die komplette erkrankte Hornhaut ersetzt oder nur die obere Schicht. Bei der ersten Variante sprechen Augenärzte von "perforierender Keratoplastik", bei der Zweiten von "lamellärer Keratoplastik".
Beim dritten chirurgischen Eingriff handelt es sich um den Einsatz eines Plexiglasringes in die Hornhaut, dem "intracorneale Ring". Die Stärke des Ringes hängt von der Stärke der Kurzsichtigkeit ab. Diese Methode ist auch besonders für das Frühstadium von Keratokonus geeignet und verfügt über den Vorteil, reversibel zu sein, ist also rückgängig zu machen.