Greenpeace: Aktiv gegen Umweltsünder

Mit einem realitätsfernem Ökohaufen hat Greenpeace herzlich wenig zu tun. Stattdessen hat die Umweltsorganisation seit ihrer Gründung 1971 schon so Einiges erreicht.


Kaum vorstellbar, dass es mal eine Zeit gab, in der Greenpeace-Aktivisten nicht Umweltsünden angeprangert haben. Doch die Umweltorganisation wurde erst 1971 von Friedensaktivisten in Vancouver, Kanada gegründet. Die Non-Profit-Organisation wandelte sich schnell vom losen Netzwerk zu einer weltweiten Organisation.

Nicht diskutieren – machen!
Mit aufsehenerregenden Kampagnen gegen Kernwaffentests, Walfang, Überfischung, globale Erwärmung, Gentechnik oder die Zerstörung von Urwäldern schafft es Greenpeace immer wieder auf die Titelseiten – und so in die Köpfe der Menschen. Denn anders als bei vielen anderen Umweltorganisationen steht bei Greenpeace die Aktion im Vordergrund. Durch spektakuläre Auftritte – beispielsweise haben sich Aktivisten schon zwischen eine Harpune und einen Wal gestellt – und das Anbringen von Transparenten auf Bohrinseln oder Atomkraftwerken, erzeugt die Organisation eine große Öffentlichkeit und zeigt Unrecht auf. Und durch die ist es möglich, Regierungen oder Konzerne unter Druck zu setzen, um die Forderungen durchzusetzen.

Erfolge
Die Strategie von Greenpeace hat sich schon häufig bewährt. So konnte die Umweltorganisation dem kommerziellen Walfang ein Ende bereiten, ein Schutzgebiet in der Antarktis durchsetzen und verschiedene Atombombentestreihen vorzeitig beenden.
In Deutschland erlangte Greenpeace seinen größten Erfolg 1995, als die Organisation den Ölkonzern Shell nach einem monatelang andauernden Streit dazu bewegen konnte, auf die Ölplattform Brent Spar im Atlantik zu verzichten. Ein Jahr später erreichten sie sogar ein generelles Versenkungsverbot für Ölplattformen im Nordatlantik.

Mehr als nur Protest!
Doch Greenpeace prangert nicht nur Missstände an, sondern bietet auch konkrete Alternativen. 1993 brachte die Organisation beispielsweise den „Greenfreeze“ heraus, einen Kühlschrank der ohne FCKW (Fluorchlorkohlenwassertoffe) und FKW (Fluorkohlenwasserstoffe) auskam. Von Seiten der Industrie war vorher immer zu hören, dass es unmöglich sei, einen Kühlschrank ohne diese Stoffe in der gleichen Presiklasse herzustellen. 1996 stellte Greenpeace dann ein Auto vor, das bei etwa 90 Stundenkilometern weniger als drei Liter Benzin auf 100 Kilometern verbraucht. Auch hier wiederlegte die Organisation Behauptungen aus der Industrie, dies sei komplett unmöglich. Seit 1999 gibt es außerdem „Greenpeace energy“, Verbraucher erhalten hier Strom zu 100 Prozent aus regnerativen Stromquellen.

Mitmachen?
In Deutschland hat Greenpeace etwa 550.000 Fördermitglieder. Über diese Förderer und weitere Spenden finanziert sich die Organisation. Durch die Spendengelder können sie außerdem Wissenschaftler beauftragen, Studien durchzuführen, die die Standpunkte eventuell wissenschaftlich belegen, oder dabei helfen neue Perspektiven aufzuzeigen.
Wer sich engagieren will, kann das in den verschiedenen Greenpeace-Ortsgruppen tun, die es in vielen deutschen Städten gibt. Wem das zuviel ist, kann Greenpeace auch etwas spenden oder gleich Fördermitglied werden, den Beitrag kann man dabei selbst bestimmen, er liegt meist zwischen 25 und 100 Euro jährlich.