Fliesen verlegen leicht gemacht

Fliesen verlegen zählt nicht zu den einfachsten Heimwerkertätigkeiten. Mit einigen Hilfsmitteln und ein wenig handwerklichem Geschick ist aber auch diese Tätigkeit zu bewältigen.


Selbst ist der Mann. Doch nicht in allen Bereichen mag der so verheißungsvoll klingende Satz zutreffen. Gerade wenn es um handwerkliche Fähigkeiten geht, üben sich die Männer oft in Disziplinen, die ihre Kenntnisse bei weitem übersteigen. Das Fazit eines übersteigerten Ehrgeizes ist oftmals ein totaler „Super-Gau“ und eine entsetzt da stehende Frau.

Die Paradedisziplin, an der sich viele Männer schön versucht haben und kläglich gescheitert sind, ist wohl das Fliesen verlegen. Wer nun kein Fachpersonal engagieren möchte, kann die zerbrechlichen Teile auch allein anbringen. Wichtig ist hierbei nur, die Kleinigkeiten zu beachten und großen Wert auf Perfektion zu legen, denn bereits kleinste Fehler können das Ergebnis am Ende total ruinieren.

Unterscheidung der Fliesen
Als erstes müssen Sie sich Fliesen aussuchen, doch dies sollte mit Überlegung geschehen, denn nicht nur das Muster ist entscheidend, sondern auch die Oberflächenhärte. Werden die Fliesen also als Bodenbelag gebraucht, sollten Fliesen mit einer mittleren bis hohen Belastbarkeit ausgewählt werden. Je höher der Härtegrad, desto länger die Lebensdauer. Doch wird nicht nur in Härtegraden unterschieden, sondern auch nach Sortierung. Die erste Sortierung ist von den Farben und Maßen am perfektesten und somit auch die teuerste. Die zweite und dritte Sortierung weist hingegen Farb- und Maßunterschiede auf. Diese Sortierung ist im Gegensatz zu den ersten beiden sehr billig.

Zubehör
Wenn Sie nun Ihre Traumfliese gekauft haben, geht an die einzelnen Verlegungsschritte. Bevor diese jedoch in Angriff genommen werden können, müssen Sie sich mit den Grundwerkzeugen für eine Fliesenverlegung ausstatten. Hierzu gehören ein Eimer und ein Rührer ( zum Anmischen von Spachtelmasse und Kleber), Zahnspachtel (für das Auftragen des Fliesenklebers), Gummispachtel oder Glätter (für das Auftragen der Fugenmasse), ein Gummihammer (um die Fliesen zu festigen). Zum Anpassen der Fliesen benötigen Sie auch einen Fliesenschneider, eine Papageienzange, eine Flex und ein Fliesenbohrer. Um die Fliesen ausrichten zu können, ist eine Schlagschnur unentbehrlich.

Untergrund
„Wie man(n) sich bettet, so liegt man(n).“ Das wichtigste an einer Fliesenverlegung ist die Bearbeitung des Untergrundes. Ist dieser uneben oder feucht, kann er die ganze Arbeit zunichte machen.

Zuerst sollte der alte Belag mit einem Hammer und einem Meißel entfernt werden. Ist der Estrich frei, muss nun Tiefgrund aufgetragen werden. Wichtig ist, dass Sie die Trocknungszeiten einhalten. Nun wird Fließspachtel angerührt, der auf den Tiefgrund aufgetragen wird. Dieser verläuft von selbst und gleicht Unebenheiten aus. Erst drei Tage später darf mit dem Verlegen begonnen werden.

Fliesen verlegen
Nachdem der Fließspachtel gut getrocknet ist, muss der Kleber angerührt werden, welcher im Anschluss mit einem Zahnspachtel auf den Untergrund aufgetragen werden muss. Die „Zähne“ des Spachtels sind dafür da, um eine gleichmäßige Höhe der Fliesen zu erreichen. Nun werden die einzelnen Fliesen vorsichtig auf den Kleber gelegt und leicht angedrückt. Kleine Kreuze sorgen für einen einheitlichen Abstand zu anderen Fliesen. Die Sockelleisten werden erst am Ende begonnen.

Verfugen
Für das Verfugen von Fliesen benötigen Sie Fugenmörtel, den es in unterschiedlichen Farben und Fugenbreiten zu erwerben gibt. So sollte der Mörtel der Farben der Fliesen und der Fugenbreite ausgewählt werden. In kleinen Mengen verteilen Sie nun die Fugenmasse mit dem Gummispachtel. Nach der Trocknungszeit können Sie die überschüssige Masse mit einem Schwamm entfernen.