In der Probezeit geblitzt - was tun?

Wer in der Probezeit geblitzt wurde, muss unter Umständen mit dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. Dieser Fall tritt jedoch nicht immer ein.


Nach der bestandenen Prüfung wird der Führerschein zuerst auf Probe erteilt. Dieser Zeitraum erstreckt sich über zwei Jahre und soll zu einem verantwortungsbewussten und kontrollierten Fahrstil führen. Dennoch kann es passieren, dass junge Fahrer in der Probezeit geblitzt werden. Schuldgefühle aufgrund der Geschwindigkeitsübertretung sind erwünscht, doch ist kein Grund gegeben, unnütze Ängste zu provozieren.

Wer zu schnell fährt, muss mit Konsequenzen rechnen

  • Verkehrswidriges Verhalten wird, sofern es erkannt wurde, gerade bei Führerscheinneulingen schnell bestraft. Der Gesetzgeber hat hierzu unterschiedliche Methoden entwickelt. So kann sich die Probezeit bei einem schweren Verkehrsverstoß verdoppeln oder die Fahrerlaubnis kann komplett entzogen werden.
  • Wer in der Probezeit geblitzt wurde, sollte jedoch erst einmal den Bußgeldbescheid abwarten. Grundsätzlich ist zu sagen, dass Geschwindigkeitsverstöße unterschiedlich gehandelt werden.
  • Eine Geschwindigkeitsübertretung, die unterhalb von 20 Stundenkilometer über der Höchstgeschwindigkeit liegt, wird ausschließlich mit einer Geldbuße behaftet. Punkte, die sich ein Führerscheinneubesitzer nicht leisten darf, werden erst ab einer Übertretung von 21 Km/h erteilt.
  • Wer also in einer 30-Zone mit einer Geschwindigkeit von 55 km/h in der Probezeit geblitzt wurde, wird mindestens eine Verlängerung der Probezeit erleiden, da hier ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird.

Wie bei einem Bußgeldbescheid zu verfahren ist

  • Junge Autofahrer, die sich sicher sind, dass ein Fehler bei der Geschwindigkeitsmessung vorliegt, haben die Möglichkeit, gegen den Bußgeldbescheid vorzugehen. Zum einen können sie Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen. Dies kann selbstständig durchgeführt oder von einem Anwalt übernommen werden.
  • Wird der Bußgeldbescheid rechtskräftig, was nach Ablauf der Widerspruchsfrist geschieht, wird der Fahrzeugführer eine zwingende Aufforderung zu einem Aufbauseminar erhalten. Die Einladung zum Aufbauseminar bedeutet, dass sich die Probezeit des Führerscheininhabers um zwei Jahre verlängert. Die Frist wird ab Datum der Erstausstellung des Führerscheins gemessen.
  • Dies bedeutet, dass ein Fahrer, der kurz vor Ablauf der Probezeit steht, weitere zwei Jahre unter verkehrsrechtlicher Aufsicht steht. Wurde bereits an einem Aufbauseminar teilgenommen und wird der Fahrer erneut in der Probezeit geblitzt, muss an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung teilgenommen werden.
  • In dieser wird überprüft, ob der Fahrer zur rechtmäßigen Führung eines Fahrzeugs in der Lage ist. Bei Zweifeln an der Fahrtauglichkeit kann der Führerschein für einen vom Gericht zu bestimmenden Zeitraum entzogen werden.