Der Dörnberg im Habichtswälder Bergland

Der Naturpark Habichtswald bei Kassel bietet attraktive Wanderwege, Artenvielfalt und ideale Bedingungen für den Segelflug.


Eigentlich heißt er 'Hoher Dörnberg', schon um ihn von seinem kleineren Bruder zu unterscheiden, aber kaum jemand nennt ihn so. Beide Erhebungen sind Teil des gleichnamigen Bergmassivs, zu dem noch der Helfenstein, der Kohlestein, der Katzenstein und der Hangarstein gehören. Zusammen erheben sie sich im Naturraum Dörnberg und Schreckenberge im Habichtsberger Berglandes, das fast bis an die Stadt Kassel heran reicht.
Der Dörnberg aus Basalt- und Tuffstein (bei den anderen überwiegt der Kalkstein) ist mit 578,7 Metern der höchste des Massivs und hat eine lange Geschichte. Wie zahlreiche Funde aus verschiedenen Epochen beweisen, soll er bereits im Dritten Jahrtausend vor Christus besiedelt gewesen sein.

Wandern auf dem 'Alpenpfad' und 'Jägerpfad'
Zwischen dem Hohen und dem Kleinen Dörnberg, im Tal des Heilerbachs, bauten die Herren Blumenstein im 13. Jahrhundert eine Burg gleichen Namens. Sie wurde im Jahre 1213 erstmals urkundlich erwähnt und galt am Ende des nächsten Jahrhunderts bereits als verfallen. Nach weiteren knapp fünfzig Jahre wurde ihr Zustand noch noch als 'wüst' beschrieben, und dann muss sie wohl vom Erdboden beziehungsweise von dem Felsen verschwunden sein, der einst ihr Standort war. Von der Burg ist nichts übrig geblieben, aber Wanderer, die auf dem 'Alpenpfad' oder 'Jägerpfad' unterwegs sind, können den Felsen bewundern, der die Form einer Kirche hat und deshalb 'Wichtelkirche' genannt wird. Gewandert werden kann auch noch auf dem Fulda-Diemel-Weg, einem Eco-Archäologie-Pfad und auf einem Abschnitt des Märchenlandweges.
An den Hügeln wächst Wacholder, wo es flacher ist, kann man Schwarzdorn und Fichtenaufforstungen sehen. Auch zahlreiche Orchideen- und Enzianarten sind hier zu finden.
Zum Rasten gibt es das Dörnberghaus und das Bergcafé Friedrichstein, und wer vom Wege abgekommen ist, findet Rat im Naturpark-Informationszentrum am Fuße des Helfensteins.

Im Segelflug übers Habichtswälder Bergland
Aber das Gebiet ist auch eines der ältesten und traditionsreichsten Segelfluggelände. Der Sport wird hier bereits seit 1924 betrieben und hat bis heute nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Die Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg e.V. betreibt hier ihr Fliegerlager mit einem regen Vereinsleben. Den Sportlern stehen 35 Zimmer zur Verfügung, außerdem gibt es Gemeinschaftsäume für Jugendliche und natürlich eine Vereinskantine.
Vom Hohen Dörnberg bietet sich ein phantastischer Blick über das Habichtswälder Bergland, bei guter Sicht ist sogar der etwa 100 Kilometer östlich entfernte Brocken im Harz zu sehen.